Baustart fü r eine CO2-freie Speiseeisproduktion: In Schönebeck an der Elbe hat Florida Eis nach langer Planung den Grundstein für einen neuen Standort gelegt, der seine Energie weitgehend autark erzeugen soll. Auch die Logistik soll mit selbst erzeugtem Wasserstoff nachhaltig werden.
Florida Eis hat Mitte August in Schönebeck den Grundstein für eine gläserne Eis-Manufaktur gelegt. Das neue Werk im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt soll rund 5000 Tonnen Speiseeis pro Jahr produzieren. Die Inbetriebnahme ist für Frühjahr 2028 geplant. Das in Berlin ansässige Unternehmen Florida Eis will nach eigenen Angaben insgesamt 25 Millionen Euro investieren und in den nächsten Jahren bis zu 500 neue Arbeitsplätze schaffen. Die Produktion soll weitgehend energieautark sein mit eigener Energieerzeugung aus Photovoltaik und Windkraft sowie innovativen Technologien zur Rückgewinnung von Energie. Als Ziel gibt Florida Eis eine CO₂-freie Speiseeismanufaktur vor. »Wir wollen mit Florida Eis beweisen, dass man hervorragendes Eis herstellen und gleichzeitig Verantwortung für die Zukunft übernehmen kann. Wenn wir ab 2028 hier die erste Eiscreme produzieren, soll jeder sagen können: Das ist ein Standort, der Zukunft hat«, erklärte Olaf Höhn, Geschäftsführer von Florida Eis.
Der Hersteller ist bekannt für Innovationen: Zu den Entwicklungen des Unternehmens gehören eine smarte Tiefkühltruhe und eine vollständig kompostierbare Verpackung für Speiseeis. Unter der gesamten Tiefkühlzelle am bisherigen Produktionsstandort an der Zellinstraße im Berliner Bezirk Spandau dient Glasschaumschotter aus recyceltem Altglas als Isolierung. Auch eutektisch gekühlte E-Lieferwagen sind bei dem Hersteller im Einsatz. Deshalb wurde der Eis-Hersteller bereits 2013 als Klimaschutz-Musterbetrieb durch die Bundesregierung ausgezeichnet. Die für den bisherigen Standort entwickelten Technologien sollen nun im Neubau in Schönebeck kombiniert werden. Auch selbsterzeugter Wasserstoff als Energieträger für die Logistik ist Teil des Konzepts.

Grundsteinlegung mit (von links) Florida Eis Geschäftsführer Olaf Höhn, Oberbürgermeister Bert Knoblauch, Ministerpräsident Sven Schulze, Energieminister Armin Willingmann, Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey und Landrat Markus Bauer.
Das Bundesland Sachsen-Anhalt fördert das Projekt mit einem signifikanten Anteil aus seinen Cleantech-Programmen, die Höhn als Voraussetzung für das gesamte Vorhaben bezeichnet. Neben der rund 4000 Quadratmeter großen Produktionshalle sind unter anderem Logistikflächen, ein Bürogebäude mit Eiscafé und Werksverkauf sowie weitere Angebote für Besucher vorgesehen. Außerdem soll die für die Eisproduktion benötigte Vanille in Gewächshäusern selbst angebaut werden. Die Pflanze braucht 26 °C und kontrollierte Luftfeuchte von 96 Prozent, beides kann die benachbarte Eisfabrik im Nebenprodukt liefern.
Zum Baustart der Fabrik in Schönebeck, knapp 30 km südöstlich von Magdeburg an der Elbe gelegen, haben Vertreter aus Politik und Wirtschaft die Investition als wichtiges Signal für Sachsen-Anhalt und die Region gewertet. »Besonders überzeugt mich, dass hier wirtschaftliches Wachstum mit Innovation, Energieeffizienz und moderner Lebensmittelproduktion verbunden wird. Genau solche Investitionen brauchen wir: Unternehmen, die langfristig denken, Wertschöpfung vor Ort schaffen und gemeinsam mit uns Zukunft gestalten«, lobte der Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) in der Schlussphase des Landtagswahlkampfs.

Florida Eis Geschäftsführer Olaf Höhn spricht zum Baustart in Schönebeck.








