Wie kühlt man ein Produkt, das die Hitze bereits im Namen trägt? Und wie schützt man ein Gebäude vor Feuer, wenn das Löschmittel bei den dort herrschenden Temperaturen einfrieren würde?
Der Flammkuchen: Um seine genaue Herkunft wird noch gestritten. Von irgendwo aus dem Elsass soll er stammen. Oder aus Lothringen. Dem Badischen? Der Pfalz? Oder dem Saarland? Das konnte endgültig noch nicht geklärt werden. Fest steht seine außerordentliche Beliebtheit, seine Vielseitigkeit – es gibt ihn in allen möglichen Varianten – und die Art, wie er vorzugsweise zu genießen sei, nämlich heiß.
Genau so – heiß – hat ihn auch Andreas Hutter, Geschäftsführer der Flammkuchen-Profi GmbH vor fast fünfzig Jahren im Elsass kennengelernt und war so begeistert, dass er beschloss, sein Leben auf dem heißen Kuchen aufzubauen. Zunächst fertigte er für den eigenen gastronomischen Betrieb, aber bald schon verschickte er sein Produkt tiefgekühlt in die umliegende Region, an Händler in ganz Deutschland, in Europa und heute in der ganzen Welt.
Vom Familienbetrieb zum Mittelständler mit automatisierten Produktionsanlagen
Inzwischen ist aus dem Familienbetrieb ein mittelständisches Unternehmen geworden und seit 2010 hat das Unternehmen seinen Sitz im südpfälzischen Offenbach an der Queich. Auf 11 000 Quadratmetern werden hier Flammkuchen, Flammkuchen-Spezialitäten und Flammkuchenböden für Gastronomie, Handel, Lebensmitteleinzelhandel, Veranstaltungen und Privatkunden mit modernsten und vollautomatisierten Produktionsanlagen vorgebacken und tiefgekühlt. Dabei wird trotz der Größe des Unternehmens der persönliche Kontakt bei Flammkuchen-Profi nach wie vor großgeschrieben, weshalb es keine Frage war, dass der benötigte Neubau des Tiefkühllagers ebenfalls am Standort in Offenbach entstehen sollte. Produktion, Lagerung, Verwaltung und Beratung sollten weiterhin eng miteinander verzahnt bleiben – mit kurzen Wegen und verlässlichen Abläufen bei gleichzeitig mehr Lagerkapazität, besserer Bevorratung tiefgekühlter Produkte und zusätzlicher Flexibilität in der saisonalen Produktions- und Absatzplanung.
Gemeinsam mit Plattenhardt + Wirth entstand ein neues Tiefkühllager
Plattenhardt + Wirth übernahm die Aufgabe, die baulichen, logistischen und brandschutztechnischen Anforderungen an das neue Tiefkühllager in ein schlüssiges Gesamtkonzept zu überführen. Eine der besonderen Herausforderungen bestand darin, auf einer begrenzten Fläche möglichst viele Palettenstellplätze zu schaffen. Gerade in Tiefkühllagern ist Flächeneffizienz ein wichtiger Faktor, weil jeder zusätzliche Kubikmeter Energie- und Betriebskosten verursacht.
Verschieberegallager schafft ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Lagerdichte und operativer Flexibilität
Die Lösung in diesem Fall ist eine Verschieberegaltechnik. So wird vermieden, dass dauerhaft freie Bediengänge überwiegend ungenutzte Fläche beanspruchen. Stattdessen bewegen sich die Regale je nach Bedarf: Geöffnet wird immer nur der Gang, der gerade benötigt wird. Das spart Fläche und vor allem gekühltes Volumen, während die Zahl der Verkehrs- und Erschließungsflächen minimal ist und gleichzeitig jederzeit der direkte Zugriff auf die benötigten Stellplätze möglich ist. Das Ergebnis: Auf etwa 1400 Quadratmetern schaffte Plattenhardt + Wirth Platz für rund 2150 Palettenstellplätze. Für Produkte mit unterschiedlichen Sorten, Verpackungseinheiten oder Absatzrhythmen schafft die Anlage damit ein ausgewogenes Verhältnis aus Lagerdichte und operativer Flexibilität.
Extreme Minusgrade stellen besondere Anforderungen an den Brandschutz
Die besondere Herausforderung im Kühllagerbau besteht aber nicht nur darin, Kälte zu erzeugen und optimal zu nutzen, sondern auch mit Feuer umzugehen: Wie schützt man ein Gebäude vor Feuer, wenn das Löschmittel selbst bei diesen Temperaturen einfrieren würde? Das Tiefkühllager von Flammkuchen-Profi läuft bei –26°C und wo dauerhaft Temperaturen von bis zu –26°C herrschen, geraten klassische Brandschutzkonzepte schnell an praktische und wirtschaftliche Grenzen.
Die Lösung von Plattenhardt + Wirth verzichtet deshalb ganz auf eine stationäre Feuerlöschanlage. Stattdessen setzt sie auf eine Kombination aus baulichem Brandschutz, Abschnittsbildung und einem durchdachten Entrauchungs- und Rettungswegekonzept. Das hält die Investitions-, Wartungs- und Betriebskosten maximal gering. Außerdem konnte auf diese Weise die Komplexität und damit Fehleranfälligkeit in diesem sensiblen Umfeld deutlich minimiert werden.
Lösungen, die Bau und Logistik verbinden
Das Projekt zeigt einmal mehr, wie eng Kühlhausbau und Intralogistik miteinander verbunden sind. Tragwerk, Bodenaufbau, Isolierung, Tore, Kältetechnik, Regaltechnik und Brandschutz sind nur gemeinsam zu denken. Plattenhardt + Wirth koordinierte die technischen Schnittstellen so, dass eine kompakte und betriebssichere Gesamtlösung, ein reibungslos arbeitendes Tiefkühllager, entstand.
Für Flammkuchen-Profi schafft das neue Tiefkühllager zusätzliche Lagerkapazität am bestehenden Standort. Die Fertigwaren können effizient eingelagert, bevorratet und für die weitere Distribution bereitgestellt werden. Damit unterstützt der Neubau das Wachstum des Unternehmens und stärkt zugleich die Logistik am Produktionsstandort in Offenbach an der Queich.
Und während die Diskussion über die wahre Heimat des Flammkuchens fortdauert, ist zumindest eine Frage in Offenbach geklärt: Wohin mit den fertigen Flammkuchen …

2150 Palettenplätze auf 1400 Quadratmeter dank Verschieberegaltechnik.










