Der EWE-Konzern hat ein leistungsstarkes Solarsystem in Kombination mit intelligentem Batteriespeichersystem beim Wurstspezialitäten-Hersteller Riedel installiert. Die Photovoltaikanlage mit gekoppeltem Batteriespeicher ermöglicht etwa 80 Prozent Eigenverbrauchsquote, so der Elektrizitätsanbieter.
Der Oldenburger EWE-Konzern und die Thomas Riedel GmbH sind einen Schritt in Richtung nachhaltiger Energieversorgung gegangen. Auf dem Gelände des Wurstspezialitäten-Produzenten in Wildeshausen hat die EWE-Tochter EWE Vertrieb eine Photovoltaikanlage mit einer Modulfläche von rund 4670 Quadratmetern installiert. Die PV-Anlage erreicht eine Spitzenleistung von 999 Kilowatt Peak (kWp) und ist mit einem 1,38 MWh großen Batteriespeicher der EWE-Tochter Be.storaged kombiniert. Ein intelligentes Energiemanagement-System optimiert die Nutzung der Photovoltaikanlage und des Batteriespeichers. So kann der Wurstproduzent den Großteil seines jährlichen Strombedarfs für die gesamte Wurstproduktion selbstständig decken, erklärt das Unternehmen. Die Thomas Riedel GmbH investierte insgesamt knapp zwei Millionen Euro in die PV-Anlage und den zugehörigen Speicher.
Mitte Mai wurde das Gesamtsystem aus Photovoltaikanlage und Batteriespeicher in Betrieb genommen. Es soll Riedel-Wurstspezialitäten künftig mit sauberem Strom aus Sonnenenergie versorgen und damit maßgeblich zu einer klimafreundlicheren Produktion von Fleisch- und Wurstwaren beitragen. Dank der neu installierten PV-Anlage kann Wurstspezialitäten Riedel seinen Strombedarf nun größtenteils aus erneuerbaren Quellen decken. Die Anlage, die flächenmäßig etwa sechs Handballfeldern oder der Parkfläche von 350 Autos entspricht, befindet sich auf der Grundstücksfläche direkt neben dem Firmengebäude. »Die Dachfläche des Firmengebäudes war für die Installation der PV-Anlage nicht geeignet, aber die angrenzende Grundstücksfläche stellte ideale Bedingungen bereit«, erläutert Michael Porsch, Vertriebsexperte bei EWE. »Diese wurde vorausschauend von der Firma angelegt und bietet ausreichend Platz für eine leistungsstarke Solaranlage mit kombiniertem Speicher.«

Die Dachfläche des Riedel-Firmengebäudes war für die Installation der PV-Anlage nicht geeignet, aber die angrenzende Grundstücksfläche stellte ideale Bedingungen bereit.
Höhere Eigenverbrauchsquote, geringere Lastspitzen, Beschaffungsoptimierung
Die PV-Anlage gewährleistet in Kombination mit dem innovativ gesteuerten Batteriespeicher eine kontinuierliche Stromversorgung auch in Zeiten mit schwacher Sonneneinstrahlung, betont EWE. Durch diese Kombination kann Wurstspezialitäten Riedel rund 80 Prozent seines Strombedarfs direkt vor Ort selbst produzieren. Zudem ermöglicht der intelligente Betrieb des Batteriespeichers, realisiert durch das hauseigene Energiemanagement-System Okean, die vollautomatisierte Nutzung einer Vielzahl von Anwendungsfällen. Neben der Eigenverbrauchsoptimierung soll der Batteriespeicher teure Lastspitzen vermeiden und zusätzlich die Energiebeschaffung von Riedel Wurstwaren optimieren. Der Speicher lädt sich automatisch mit günstigem Strom auf und gibt die gespeicherte Energie wieder ab, sobald der Strompreis steigt. »Der durch Okean gesteuerte Batteriespeicher ergänzt die Photovoltaikanlage perfekt und stellt sicher, dass die erzeugte Energie effizient genutzt wird«, erklärt Nils Spöring von Be.storaged. »Dadurch kann das Unternehmen praktisch jederzeit auf eine zuverlässige Stromquelle zurückgreifen. Mit der intelligenten Vernetzung von Erzeugungseinheiten wie PV-Anlagen, Batteriespeichern oder Ladesäulen wollen wir ein ganzheitliches Energiesystem schaffen und Kunden bei der Dekarbonisierung ihres Standortes unterstützen. Alle Komponenten ergeben nur dann ein zusammenhängendes Bild und werden effizient genutzt, wenn sie von einem holistischen System zentral zusammengeführt werden.«
Erneuerbare Energie auch für das öffentliche Netz nutzbar

EWE-Marktvorstand Christian Friege (links) und Thomas Riedel nehmen die Anlage in Wildeshausen offiziell in Betrieb.
Neben dem hohen Eigenverbrauch kann die Anlage auch zur Netzstabilität beitragen, so EWE: Falls mehr Strom erzeugt wird, als das Unternehmen selbst benötigt, wird dieser überschüssige Strom über EWE an der Strombörse vermarktet. Damit erfüllt Riedel die gesetzlichen Vorgaben zur Direktvermarktung und stellt sicher, dass erneuerbare Energie effizient genutzt wird. Zur Stabilisierung des Stromnetzes wird die Anlage durch den Netzbetreiber aktiv gesteuert und nur so viel Strom eingespeist, wie vom Netz aufgenommen werden kann. In diesem sogenannten Redispatch übernimmt EWE die Abwicklung des bilanziellen und finanziellen Ausgleiches für den Anlagenbetreiber.
Die Partner sehen in diesem Projekt nicht nur einen technischen Fortschritt, sondern auch ein Vorbild für CO2-reduzierende und nachhaltige Industrieprojekte in der Region im Nordwesten Deutschlands. »Die Lebensmittelketten, mit denen wir zusammenarbeiten, erwarten zunehmend von ihren Zulieferern den Einstieg in die Dekarbonisierung«, berichtet Thomas Riedel, Geschäftsführer der Wurstspezialitäten Riedel. »Unsere Investition in diese Photovoltaikanlage hilft uns, die Anforderungen des Marktes zu erfüllen und unsere Produktionsprozesse noch nachhaltiger zu gestalten. Wir freuen uns, durch diese Maßnahme nicht nur unsere Produktionsprozesse zu optimieren, sondern auch einen positiven Beitrag zur Umwelt leisten zu können.«








