Mit der S.CU dc90 hat Schmitz Cargobull eine neue Transportkältemaschine vorgestellt. Sie biete mehr Effizienz und geringeren Energieverbrauch und verwendet das Kältemittel R454A. Das führe zu 89 Prozent weniger CO2 Äquivalenz im Vergleich zum Vorgänger.
Schmitz Cargobull setzt als nach eigenen Angaben erster Hersteller auf das Kältemittel R454A und setzt es als Standard in seinem S.CU-Baukasten ein. Dabei handelt es sich um ein Gemisch aus Difluormethan (R 32) und 2,3,3,3-Tetrafluorprop-1-en (R 1234yf), das Treibhauspotential (GWP-Wert) wird je nach Quelle mit 237 bis 239 angegeben; R452A hat ein GWP von 2140. Das Unternehmen aus Horstmar im Münsterland sieht in dem Wechsel ein starkes Zeichen für nachhaltige Transportlösungen. Mit der Einführung des neuen Kältemittels will Schmitz Cargobull mit der neuen Transportkältemaschine S.CU dc90 neue Maßstäbe in puncto Effizienz, Nachhaltigkeit und Zukunftssicherheit im temperaturgeführten Transport setzen. Das neue Aggregat löst das bisherige Modell S.CU dc85 ab. Eine bis zu sechs Prozent höhere Kälteleistung und ein bis zu zehn Prozent geringerer Kraftstoffverbrauch im Vergleich zum Vorgängermodell S.CU dc85 zeichnen die Neuheit laut Unternehmen aus.

Die neue Transportkältemaschine S.CU dc90.
Reaktion auf verschärfte F-Gas-Verordnung
Um Umweltbelastungen zu reduzieren, verschärft die EU kontinuierlich gesetzliche Vorgaben. Ein Beispiel hierfür ist die verschärfte F-Gas-Verordnung. Hier gibt die EU in den nächsten Jahren eine Reduzierung der Kältemittel (Quotenregelung) mit hohem CO2-Äquivalent vor. Aus der Quotenregelung resultieren Preissteigerungen des aktuellen Kältemittels R452A. Dies ist kein generelles Verbot von R452A in Transportkältemaschinen, hat jedoch das Ziel, die CO2 Emission des eingesetzten Kältemittels deutlich zu reduzieren. Schmitz Cargobull will mit der Einführung des Kältemittels R454A im S.CU-Baukasten frühzeitig auf die verschärfte EU-F-Gas-Verordnung reagieren und das Engagement für emissionsarme Transportlösungen unterstreichen. Im Kältemittel R454A sieht Schmitz Cargobull eine zukunftssichere Alternative. Es weist einen deutlich geringeren direkten GWP-Wert (Global Warming Potential) auf und reduziert somit das CO2-Äquivalent im Vergleich zum bisher üblichen Kältemittel R452A um 89 Prozent.
Neu entwickelter Hubkolbenkompressor
Dank eines neu entwickelten, hermetisierten zweistufigen Hubkolbenkompressors erreicht die neue S.CU dc90 laut Hersteller eine höhere Kälteleistung bei geringerem Kraftstoffverbrauch. Die Bauweise senke zudem die Wartungs- und Reparaturaufwände im Kältekreislauf maßgeblich. Eine reduzierte Geräuschentwicklung – vor allem im Teillastbetrieb – sorge für spürbar mehr Komfort im Fahrerhaus.
In der S.CU dc90 kommt weiterhin der thermodynamisch optimierte Hatz Common-Rail-Dieselmotor mit erweitertem Drehzahlband zum Einsatz. Er liefert eine verbesserte Leistung und kann wie gewohnt mit dem CO2 neutralen Kraftstoff HVO100 (EN15940) betrieben werden.
»Die Kältemaschine ist nicht nur ein technologischer Fortschritt, sondern auch ein klares Bekenntnis zu unserem Anspruch, den temperaturgeführten Transport nachhaltig mitzugestalten.«, fasst Jonathan Steckel, Leiter Produktmanagement Cargobull Cool GmbH & CO. Kilogramm, zusammen.
Trauer um Dr. Heinz Schmitz
Am 17. Oktober ist Dr. Heinz Schmitz im Alter von 88 Jahren verstorben. Er war Gesellschafter, Geschäftsführer und Aufsichtsrat von Schmitz Cargobull und seinen Vorgängerunternehmen. Nach dem Tod seines Vaters August Schmitz im Jahr 1970 übernahm Dr. Heinz Schmitz die Rolle des persönlich haftenden
Gesellschafters in der Schmitz-Anhänger Fahrzeugbau-Gesellschaft OHG und wurde 1971 zum Geschäftsführer der späteren Schmitz Anhängerbau GmbH & Co.KG bestellt. Gemeinsam mit seinem Cousin Peter Schmitz, der 1973 ebenfalls in die Geschäftsführung eintrat, führte er das Unternehmen in der dritten Generation. Dr. Heinz Schmitz als erfahrener Kaufmann und der 2023 verstorbene Peter Schmitz als versierter Ingenieur und Konstrukteur bauten er das Unternehmen strategisch aus und etablierten es als Technologie- und Marktführer für Trailer, so Schmitz Cargobull in einem Nachruf auf Dr. Heinz Schmitz. Das Unternehmen wurde in den 1970er und 1980er-Jahren massiv ausgebaut und die Produktionskapazitäten erweitert. In den 1990er-Jahren leitete das Führungsteam, ergänzt durch den 2021 verstorbenen Bernd Hoffmann, eine strategische Neuausrichtung ein, mit einer Reduktion der Produktpalette und der Einführung eines modularen Produktionssystems mit internationalen Montagewerken. Für die internationale Positionierung erfolgte auch die Umbenennung von Schmitz Anhänger zu Schmitz Cargobull. Von 2002 bis 2010 war Dr. Heinz Schmitz im Unternehmen zuletzt als Aufsichtsrat tätig.









