Logistikkunden aus dem Lebensmittelbereich fordern zunehmend detaillierte Reports zu Transportemissionen – zeit- und kostenintensive Nachweise. Die Spedition Pflaum hatte sich darauf schon frühzeitig vorbereitet: Das Familienunternehmen setzt auf Shipzero als Dekarbonisierungspartner und hat als Nachhaltigkeitspionier zusammen mit der Emissionsmanagement-Plattform noch viel vor.
Die Spedition Pflaum GmbH blickt auf eine bereits 45-jährige Erfolgsgeschichte zurück. Was 1980 als Kurier- und Expressdienst begann, hat sich zu einem führenden Logistikdienstleister in Deutschland für FTL-Transporte entwickelt. Mit Hauptsitz in Strullendorf bei Bamberg und zehn weiteren Standorten beschäftigt das Familienunternehmen heute mehr als 1700 Mitarbeitende.
Pflaum verfügt über eine LKW-Flotte von mehr als 1000 ziehenden Einheiten. Das Durchschnittsalter der 40-Tonner liegt bei weniger als zweieinhalb Jahren. Das Unternehmen beliefert als Experte für Lebensmitteldistribution große Handelsketten vom Zentrallager zu deren Filialen mit einer Vielzahl von Produkten aus dem Frische-, Tiefkühl-, Multitemp- und Trocken-Sortiment. Darüber hinaus übernimmt das Unternehmen Wechselaufbauten-Systemverkehre sowie Spezialtransporte für die Schaumstoff- und Industriegüterindustrie. Zertifizierte Prozesse nach Iso 9001 und 14001 unterstreichen den hohen Qualitätsanspruch.

Schon in den 90ern experimentierte Pflaum mit Bio-Diesel aus Speisefetten, heute hat das Unternehmen erste Elektro-LKW in der eigenen Flotte und firmeneigene Ladeparks.
Nachhaltige Logistik als Business Case
Als Nachhaltigkeitspionier erkannte Pflaum bereits in den 1990er Jahren die Bedeutung umweltfreundlicher Transportlösungen und experimentierte schon damals mit aus Speisefetten gewonnenem Bio-Diesel für die eigene Fahrzeugflotte. Die intrinsische Motivation der Geschäftsführung für nachhaltige Logistik als Business Case führte schon früh zu der Erkenntnis, dass der Wechsel zu alternativen Antriebstechnologien und Kraftstoffen wie Bio-LNG, Bio-CNG und HVO100 eine große Chance darstellt. »Wir wollten unsere eigene nachhaltige Transformation mit der entsprechenden Plattform dokumentieren und monitoren«, erklärt CEO Matthias Schellenberger die Ausgangssituation. Dabei ging es dem Unternehmen darum, den wachsenden Nachhaltigkeitsforderungen von Kunden aus dem Lebensmittelbereich und den damit verbundenen internen Audits proaktiv zu begegnen. Eine professionelle Lösung für das Emissionsmanagement war gefragt, um die ehrgeizigen Klimaziele transparent verfolgen und kommunizieren zu können.
Automatisierter Datenimport für detaillierte Emissionsberechnungen
2021 erhielt das Controlling von der Geschäftsführung den Auftrag, einen geeigneten Anbieter zu identifizieren. Nach einem umfassenden Auswahlprozess standen schließlich nur noch zwei Dienstleister auf der Shortlist. Den Ausschlag für das 2021 gegründete Unternehmen Shipzero gab die pragmatische Denkweise und der strukturierte Aufbau der Plattform, die einen intuitiven Überblick über die Shipments ermöglichte. Zudem erkannte Pflaum das Potenzial für künftige Features und Produktentwicklungen mit Mehrwert.
Seit Anfang 2022 arbeitet Pflaum erfolgreich mit Shipzero zusammen. Das Telematiksystem bildet dabei die Basis für die Emissionsdatenerfassung. Alle relevanten Daten werden zentral abgelegt, um sie sowohl für Kunden-Audits als auch für interne Analysen optimal nutzen zu können. Die Integration erfolgt über automatisierten Datenimport aus dem Transportmanagementsystem mit Direktzugriff auf das ERP-System und die überlieferten Telematikdaten.
Transparenz auf Auftrags- und Tourenebene
Die Zusammenarbeit mit Shipzero hat ein solides Fundament für die geplante Einführung eines umfänglichen Energiemanagementsystems nach Iso 50001 geschaffen. Pflaum verfügt nun über vollständige Transparenz sämtlicher Transportemissionen auf Auftrags- und Tourenebene. Die automatisierte Datenerfassung ermöglicht es, präzise und aktuelle Emissionswerte zu generieren. »Dank Shipzero können wir unseren Kunden nun konkret zeigen, wo sie im Ranking der Reduktion von CO₂-Transportemissionen stehen«, betont Schellenberger die praktischen Vorteile der Lösung. Besonders wertvoll sei die Möglichkeit, individuelle Kunden-Reportings in wenigen Sekunden mit detaillierten Emissionsdaten auf Sendungs- und Tourenebene zu erstellen. Die Kunden nehmen diese transparenten Berichte dankbar an, berichtet Pflaum. Diese würden ihnen helfen, ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele zu verfolgen und zu dokumentieren.
Perspektivisch plant Pflaum, Kunden mit entsprechendem Login und Passwort selbständigen Zugriff auf ihre Daten über die Plattform zu ermöglichen. Dies würde die Zusammenarbeit weiter vereinfachen und die Transparenz zusätzlich erhöhen.
Kontinuierliche Weiterentwicklung
Die Kooperation zwischen Pflaum und Shipzero zeichnet sich durch Zuverlässigkeit und Effizienz aus. »Die Zusammenarbeit funktioniert einwandfrei – bei kurzfristigen Anfragen erhalten wir stets zügige und seriöse Antworten«, lobt Schellenberger die Partnerschaft. Besonders geschätzt wird die proaktive Herangehensweise des Hamburger Start-ups, die bereits mehrere gemeinsame Planungen angestoßen hat.
Die pragmatische Arbeitsweise und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Plattform entsprechen genau den Anforderungen eines dynamischen Logistikunternehmens wie Pflaum. Die Zusammenarbeit basiert auf Vertrauen und dem gemeinsamen Ziel, Nachhaltigkeit in der Logistik mess- und damit steuerbar zu machen.

Das Dashboard von Shipzero gibt einen Überblick über die Emissionsdaten eines Unternehmens.
CCF und Book & Claim in Planung
Pflaum plant schon zwei weitere große Schritte: Zum einen möchte das Logistikunternehmen ab Herbst 2025 den eigenen Corporate Carbon Footprint (CCF) messen können, und zwar rückwirkend für das Jahr 2024. »Wir wollen ganzheitlich unseren CO₂-Fußabdruck kennen und verbessern«, formuliert die Geschäftsführung das ambitionierte Ziel.
Zum anderen soll etwa zeitgleich die Implementierung von Shipzeros »Book & Claim«-System abgeschlossen sein, sodass Pflaum seinen Kunden noch mehr Möglichkeiten für nachhaltige Transportlösungen mit alternativen Kraftstoffen bieten kann. Ab 2026 soll die Integration von batteriebetriebenen LKW dazukommen.
Bio-LNG, Bio-CNG und HVO100 betrachtet Pflaum zwischenzeitlich als wichtige Brückenlösungen auf dem Weg zu einer vollständig nachhaltigen Transportzukunft. Vor allem in Anbetracht der noch unzureichenden Ladeinfrastruktur Deutschlands. Seitens der Politik wünscht sich Pflaum generell mehr Förderung, aber auch Technologieoffenheit und stärkere Anreize für Investitionen und die Reduzierung von CO2-Emissionen.
Mit bereits mehr als 50 Prozent eingesetzten nachhaltigen Kraftstoffen (3,2 Millionen Liter HVO, Bio-LNG und Bio-CNG im ersten Halbjahr 2025), ersten E-LKW in der eigenen Flotte und firmeneigenen Ladeparks mit selbst erzeugtem Solarstrom inklusive Batteriespeicher zeigt Pflaum eindrucksvoll, wie die Transformation der Logistikbranche gelingen kann. Das ambitionierte Ziel einer 75-prozentigen CO2-Reduktion bis 2030 unterstreicht die Vorreiterrolle des Familienunternehmens in der nachhaltigen Lebensmittellogistik.








