Ein erster E-Truck-Ladevorgang mit automatisierter Reservierung wurde jetzt auf der Intercharge Network Conference demonstriert. Das ist laut Experten entscheidend für die praktische Einbindung der E-Mobilität in die Logistik.
Das Münchner Startup Fryte Mobility hat auf der Intercharge Network Conference Anfang September in Berlin den ersten vollautomatisierten Reservierungsvorgang eines Ladepunkts für Elektro-LKW nach dem OCPI-Standard direkt aus einer Routenplanung heraus präsentiert. Dies sei ein entscheidender Meilenstein für den elektrifizierten Straßengüterverkehr, so das Unternehmen. Mit der vorgestellten Lösung will Fryte Mobility den Grundstein für eine planbare und zuverlässige Elektrifizierung der Logistik legen. Denn der Straßengüterverkehr stelle deutlich höhere Anforderungen als der bisher dominierende PKW-Sektor: größere Energiemengen, leistungsstärkere Ladeprozesse sowie strenge Rahmenbedingungen durch Zeitdruck, enge Lieferfenster und gesetzliche Lenkzeiten. Für Flottenbetreiber und Transportunternehmen kann die Möglichkeit, Ladevorgänge im Voraus zu reservieren, dabei helfen, dass E-Trucks auch in eng getakteten Fahrplänen zuverlässig eingeplant werden können. Gleichzeitig sollen Ladeinfrastruktur-Betreiber von einer besseren Auslastungssteuerung ihrer Ladepunkte profitieren. Fryte betont, dass die Einführung von Reservierungsfunktionen hohe Anforderungen an die Integration und Interoperabilität stellt. Damit E-Trucks zuverlässig in den Betrieb eingebunden werden können, müssen Touren- und Ladeplanung, Transportmanagementsysteme (TMS), Energiemanagementsysteme (EMS) sowie Charge Point Management Systeme (CPMS) reibungslos zusammenspielen. Voraussetzung dafür ist die Dialogfähigkeit zwischen TMS und CPMS, wobei die Kommunikation im CPMS über den neuen OCPI-Standard 2.3 erfolgt. Fryte bietet für diese Zusammenarbeit ein modulare Cloud-Ökosystem, das zentrale Bausteine wie Kalender, Routenplanung, Kommunikation, Reservierung und Monitoring bündelt – sowohl für Ladeinfrastruktur-Betreiber (CPOs) als auch für Flottenbetreiber und Logistiker als Elektromobilitätsdienstleister (EMP).

Laden auf Bestellung – klingt banal, ist aber für die Logistik entscheidend.
Partnernetzwerk aus der Praxis
Beim auf der Konferenz in Berlin demonstrierten Reservierungsvorgang übernahmen die Partnerunternehmen Hubject die Rolle des Roaming Hubs und Bosch Road Services als Booking Service Provider für CPOs. Fryte stellte das Integrationsmodul für die Anbindung der TMS-Systeme von EMPs bereit.
Für die spezifischen Anforderungen der Logistik konnte das Start-up zudem auf die Partnerschaften mit Juna und Fiege Logistik zurückgreifen: Fiege Logistik nahm in der Rolle als Betreiber von Ladesäulen und Depots die Perspektive eines privaten CPOs ein, während Juna als Full Service E-Truck Anbieter und Experte für E-Logistik sein Praxiswissen beisteuerte.
»Die Ladesäulen-Reservierung löst zwei zentrale Herausforderungen«, verdeutlicht Maximilian Zähringer, CEO von Fryte. »Richtig umgesetzt, schafft sie Sicherheit im Betrieb der E-Trucks für Flottenbetreiber und zum anderen eine gesicherte und bekannte Auslastung der Ladeinfrastruktur für Betreiber. Interoperabilität ist entscheidend, um die automatisierte Buchung direkt aus dem Transportmanagement zu ermöglichen.«
Fiege baut nach eigenen Angaben alle seine relevanten Logistikstandorte zu Energieökosystemen aus. »Daher ist für uns die Optimierung der Energieströme und -kosten eine der wichtigsten Aufgaben«, betont Hartmut Entrup, Director Energy Solutions bei Fiege Logistik. »Zu wissen, wann unsere LKW und die der Subunternehmen an den Standorten laden, ist entscheidend. Ein digitalisierter Reservierung-Prozess liefert daher für uns die relevanten Informationen für unsere Optimierung und gibt unseren Partnern die Sicherheit, ihre e-LKW an unseren Depots nachladen zu können.«
Auch Thomas Ertel, CTO von Juna Technologies, unterstreicht die Bedeutung: »Wir arbeiten bereits heute mit Fryte bei Ladestopp-Planung und POI-Daten über direkte Schnittstellen zusammen. Die direkte Reservierungsmöglichkeit aus unseren Systemen über diese Schnittstellen ist der nächste logische und wichtige Schritt.«








