Die Edeka-Kauffrau Christina Ernst geht von einem Cyberangriff auf die Kühlung ihres Marktes in Reisbach in Niederbayern aus. In der Nacht auf den 2. November sei das die Warnfunktion ausgehebelt und dann die Kühltruhen und Kühlschränke und die Frischetheken warm geschaltet worden, berichtete sie gegenüber der Mediengruppe Bayern. Temperaturen von bis zu 50 °C seien in den Kühleinrichtungen in Folge aufgetreten. Betroffen seien sämtliche temperaturgeführte Kategorien, Fleisch und Wurst, Milchprodukte und Tiefkühl-Kost, berichtete Ernst. Sie betreibt insgesamt elf Edeka-Märkte in der Region, der in Reisbach im Landkreis Dingolfing-Landau sei der einzige von dem Vorfall betroffene. Ein Großteil der Lebensmittel habe entsorgt werden müssen, nur wenig sei über ein Lebensmittel-Verteilbörse zu retten gewesen. Nach Angaben des Supermarktbetreibers sei die Kühlung wie bei modernen Anlagen üblich für die Fernüberwachung mit dem Internet verbunden. Die Polizei ermittelt, einen Nachweis für einen Cyberangriff gebe es bisher jedoch nicht.
Mitte Oktober war es in Frankreich zu Cyberangriffen auf Supermarkt-Kühlungen gekommen. In rund 700 Filialen seien Tiefkühlanlagen über Nacht stundenlang auf 50 °C erhitzt worden. Hier waren Steuerungssystemen der Kühleinrichtungen vom dänischen Hersteller Danfoss mit veralteter Software als Einfallstor für die Hacker ausgemacht worden. Auch aus Belgien, Schweden, Irland, Luxemburg, Estland, Finnland und den Niederlanden wurden Vorfälle gemeldet.




