Als einer der größten Lebensmittelhändler Deutschlands hat Rewe gemeinsam mit Cimcorp seine Distributionseffizienz, die Qualität seiner Logistik und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz erheblich verbessert, indem er sein Logistikzentrum für frische und gekühlte Lebensmittel in Oranienburg automatisiert hat.

Das Logistikzentrum Oranienburg ist Rewes größtes Lager für Frischwaren und gekühlte Produkte in der Hauptstadtregion.
Berlin nähert sich der Marke von vier Millionen Einwohnern und erhöht damit den Druck auf die Einzelhandelslogistik. Jeden Tag durchlaufen bei Rewe bis zu 650.000 Produkte das Lager in Oranienburg auf dem Weg zu Hunderten Einzelhändlern, die eine pünktliche und richtige Lieferung erwarten. Das Logistikzentrum Oranienburg ist Rewes größtes Lager für Frischwaren und gekühlte Produkte in der Region. Das Warenlager nördlich von Berlin bedient über 370 Supermärkte und rund 580 Geschäfte in der schnelllebigen Metropolregion. Für den Betriebsleiter Matthias Menzel steht viel auf dem Spiel: »In Berlin ist Timing alles. Ein Lieferfenster zu verpassen, bedeutet einen erheblichen finanziellen Verlust. Zuverlässigkeit ist für uns ein Muss«, erklärt er.
Personalmanagement als weitere Herausforderung
Rewe hat mit einer weiteren Herausforderung zu kämpfen – dem Personalmanagement. »Es wurde immer schwieriger, Personal für die körperlich anspruchsvolle Arbeit in der Frischwarenlogistik zu gewinnen. In jeder Schicht bewegt eine Person bis zu fünf Tonnen und stapelt Waren bis zu zwei Meter hoch oder sogar mehr«, erklärt Menzel. »Wir mussten diese Arbeit nachhaltiger, sicherer und attraktiver machen, um auch in Zukunft Mitarbeiter zu finden.«
Cimcorps automatisches Kommissioniersystem hat gleich zwei Probleme gelöst. Es hat den Durchsatz gesteigert und gleichzeitig die Arbeit leichter gemacht. Die Lösung verwaltet die Logistik innerhalb des Lagers. Jedes Produkt ist jetzt nachverfolgbar und jeder Prozess wird für Effizienz und Qualität optimiert. Die Waren kommen auf standardisierten Europaletten an, die automatisch gescannt und registriert werden. Manuelles Auspacken und Qualitätskontrollen stellen sicher, dass nur Waren in das System gelangen, die die hohen Qualitätsstandards erfüllen.
Die Roboter von Cimcorp nehmen die Waren von den Palletten, lagern sie zwischen und managen die Lagerung mit der jeweils am besten geeigneten Inventarstrategie – Fifo (First In, First Out) oder Fefo (First Expired, First Out). Das vollständig integrierte Cimcorp Warehouse Control System (WCS) orchestriert die Kommissionierung, steuert das Workload-Balancing zwischen Roboterzellen und koordiniert die Bestückung ausgehender Paletten und den Versand. Das System ist redundant designt. Duale Roboterzellen und Transferwagen stellen auch bei seltenen Ausfällen die Betriebskontinuität sicher, betont der Intralogistik-Anbieter mit Sitz im finnischen Ulvila.

Manuelles Auspacken und Qualitätskontrollen stellen sicher, dass nur Waren in das System gelangen, die die hohen Qualitätsstandards erfüllen.
Lückenlose Nachverfolgung
Die Rückverfolgbarkeit ist laut Cimcorp in jeder Phase gewährleistet. Jede wiederverwendbare Kunststoffkiste (RPC), Palette und SKU wird automatisch gescannt und verfolgt. Jede Bewegung und jedes Ereignis wird in der WCS-Datenbank protokolliert. Das Paletten-Handling erfolgt gemäß den GS1-Barcode-Standards und ermöglicht die lückenlose Nachverfolgung vom Warenein- bis -ausgang.
Das automatisierte System von Cimcorp macht die anstrengende manuelle Kommissionierung überflüssig, bietet mehr Kontrolle, vereinfacht das Prozessmanagement und ermöglicht Qualitätsprüfungen. Das entspricht nicht nur den EU-weiten und deutschen Arbeitsschutzgesetzen zum Beispiel für das Heben von Gewichten, sondern positioniert Rewe auch als attraktiven Arbeitgeber in der Einzelhandelslogistik, wo die Bindung qualifizierter Mitarbeiter ein wichtiger Wettbewerbsvorteil ist, betonen die Projektpartner.
Ergebnisse: Geschwindigkeit und mehr
Die Automatisierung hat zu tiefgreifenden Änderungen geführt. Die körperliche Belastung der Mitarbeiter ist erheblich zurückgegangen und ist jetzt besser auf alle Schichten verteilt. Bedienfehler sind seltener geworden, da das automatisierte System Bestellungen präzise zusammenstellen kann. »Unsere Arbeit verändert sich gerade grundlegend«, so Menzel. »Wer bisher in der Kommission gearbeitet hat, überprüft bald Steuergeräte und managt Systeme. Unsere Mitarbeiter haben keine Angst mehr, dass die Automatisierung ihnen ihre Jobs wegnimmt. Stattdessen freuen sie sich über weniger Überstunden und übersichtlichere, attraktivere Aufgaben«, berichtet er.
Die Einhaltung von EU-Richtlinien und deutschen Gesetzten zur Ergonomie am Arbeitsplatz fördert die Gesundheit und die langfristige Mitarbeiterbindung. Auch die Lebensmittelsicherheit und -rückverfolgbarkeit haben sich verbessert, betont Cimcorp. Echtzeit-Dashboards ermöglichen die kontinuierliche Verbesserung und schnelle Reaktion auf Rückrufe oder Vorfälle.◂
Cimcorp ist auf der Logimat
in Halle 1, Stand B31.
Film zum 50.
Ende letztes Jahr hat Cimcorp einen 30-minütigen Dokumentarfilm zu seinem 50. Firmenjubiläum veröffentlich. Das Werk mit dem Titel ‘The Future of Automation’ erzählt die Geschichte des Unternehmens durch Erinnerungen von Mitarbeitern von gestern und heute. In der Dokumentation kommt auch Erik Rosenlew, Sohn des Firmengründers Gustav Rosenlew, zu Wort sowie Mirka Leino, eine führende Robotik-Wissenschaftlerin, die die Geschichte von Cimcorp einordnet. Aber auch die namensgebende Zukunft der Automatisierung wird thematisiert. “Diese Dokumentation ist ein Tribut nicht nur an die Innovationskraft und Durchhaltefähigkeit von Cimcorp, sondern an die Entwicklung der Automatisierung selbst«, erklärte Veli-Matti Hakala, heutiger CEO des Unternehmens.
Die Wurzeln von Cimcorp werden mit Archivaufnahmen aus den 70ern illustriert, als das Unternehmen als Fabrik für industrielle Werkzeuge im finnischen Pori startete. 1975 markierte der erste kommerziell Roboter Finnlands den eigentlichen Startschuss der Firma. Die Reise ging weiter über die marktführende Automation der Herstellung von Bildschirmröhren in den 80ern und 90ern. 1986 änderte das Unternehmen nach der Übernahme durch Wärtsilä seinen Namen von Oy Rosenlew Ab zu Cimcorp. 1996 wurde der Technologiehersteller von Swisslog gekauft, wenig später bedeutete die Entwicklung von Flachbildschirmen einen tiefgreifenden Einschnitt für die Firma. Projekte in der Lebensmittelindustrie und der Reifenherstellung retteten den Automatisierungsexperten, 2003 folgte ein Management Buy-out und 2014 die erneute Übernahme durch den japanischen Logistikautomatisierer Murata Machinery.

Bedienfehler sind laut der Projektpartner durch die Cimcorp-Lösung seltener geworden, da das automatisierte System Bestellungen präzise zusammenstellen kann.








