Mehr Platz, mehr Effizienz und eine vollautomatische Warensteuerung: Mit dem Bau eines neuen Logistikzentrums hat Kreyenhop & Kluge auch in ein neues Warehouse Management System investiert. Für die individuellen Anforderungen des Kunden hat Team in seinem Prostore WMS besondere Lösungen wie einen zweistufigen Echtbetrieb, den werksübergreifenden Nachschub, eine Tourenplanung und eine Einweisungsübersicht realisiert.

Das Tiefkühllager von Kreyenhop & Kluge umfasst 2500 Quadratmeter.
Die Kreyenhop & Kluge GmbH & Co. KG handelt bereits seit drei Generationen mit exotischen Produkten. Von Oyten bei Bremen aus werden asiatische und orientalische Lebensmittel importiert, um Profi- und Hobbyköche in ganz Europa zu beliefern. Das Sortiment umfasst circa 3500 Artikel und beinhaltet Produkte aus dem Foodbereich (Tiefkühl- und Trockensortiment) sowie aus dem Non-Food-Bereich. Etwa 45 000 Tonnen Ware werden jährlich auf über 16 000 Quadratmeter Lagerfläche, inklusive 2500 Quadratmeter Tiefkühllager, abgewickelt.
Um die bestehenden Lagerkapazitäten zu erweitern, entwickelte und baute das Unternehmen zusammen mit Schulte Berater + Planer ein neues Logistikzentrum. In diesem Zusammenhang erfolgte auch die Einführung des Warehouse Management Systems Prostore zur einheitlichen Abwicklung der logistischen Prozesse. Seit Oktober 2025 kontrolliert das WMS die Prozesse am bestehenden und neuen Standort von Kreyenhop & Kluge; die Software der Team GmbH steuert dabei den gesamten Materialfluss von der Warenanlieferung über die Kommissionierung bis zum Versand. Ein automatisches Hochregallager inklusive Fördertechnik sowie ein automatisches Schmalganglager wurden an Prostore angebunden. Zudem wurden Schnittstellen zum ERP-System, der Hofsteuerung Pari und zu Stretch Hood implementiert.
Besondere Lösungen für besondere Anforderungen
Doch damit nicht genug: Neben den Kernaufgaben gab es auch einige Besonderheiten bei Kreyenhop & Kluge, für die das Paderborner IT-Unternehmen flexible und innovative Lösungen gefunden hat. Der Echtbetrieb erfolgte in zwei Stufen: Ziel war es, vorzeitig mit dem Automatiklager zu arbeiten, um Kosten einsparen zu können.
Im ersten Schritt wurden alle Funktionen außer Kommissionierung, Versand und Tourenplanung in Betrieb genommen. Letztere wurden dann in einer zweiten Stufe im Echtbetrieb realisiert. Somit konnte Team das fertiggestellte automatische Hochregallager bereits frühzeitig nutzbar machen und angemietete Außenlager auflösen beziehungsweise deutlich reduzieren – und dass, obwohl die Bauarbeiten in der Halle neben dem Hochregallager noch nicht abgeschlossen waren. Dieser pragmatische Schritt hat unmittelbar Miet- und Logistikkosten gesenkt, die Warenströme konsolidiert und die Betriebsabläufe stabil gehalten, berichten die Unternehmen.

Eine detaillierte Planung der Touren gelingt seit der Einführung des WMS über einen Prostore-Dialog.
Tourenplanung, Nachschubplanung und Einweisungsübersicht
Eine detaillierte Planung der Touren des eigenen Fuhrparks, von Fremdspeditionen und Abholern gelingt seit der Einführung des WMS über einen Prostore-Dialog. Die Aufträge werden auf Anhänger und Zugmaschine aufgeteilt, sodass zwei Verladungen pro Werk möglich sind. Auch die Tiefkühl- Aufträge werden so geplant, dass TK- und Trockenware mit der gleichen Zugmaschine transportiert werden kann.
Eine weitere Neuerung ist die werksübergreifende Nachschubplanung. Für jedes Zielwerk wird der Bedarf ermittelt. Über einen Dialog lassen sich Umlagerungen sowohl vom alten zum neuen Werk als auch umgekehrt sowie zu und von mehreren Außenlagern komfortabel anlegen. Die erzeugten Fahraufträge werden über das Staplerleitsystem abgearbeitet. Sind Außenlager in eine Umlagerung eingebunden, werden die entsprechenden Listen an die jeweiligen Außenlager übergeben.
Um die Umfuhren in beide Richtungen zwischen den Werken zu steuern, gibt es eine Einweisungsübersicht. Über einen WebSLS-Dialog bekommen die Fahrer angezeigt, welche Einweisungen abgeholt und im Zielwerk an einem bestimmten Tor bereitgestellt werden sollen. Der Dialog ist so ausgelegt, dass mehrere Umfuhren parallel angezeigt werden. Für Abholer und Spediteure ist die Hofsteuerung Pari im Einsatz.
»Dank Team und der vielen individuellen Möglichkeiten mit Prostore konnten wir unsere Lagerverwaltung jetzt auf den neusten technischen Stand bringen und profitieren seitdem sehr von der unkomplizierten Handhabung und den effizienten Abläufen«, erklärt Tim Schön, Geschäftsführer von Kreyenhop & Kluge.
Lagerintelligenz statt Lagerverwaltung
Die Team GmbH zeigt auf der Logimat in Stuttgart spannende Projekte und neue Module zu ihrem Warehouse Management System Prostore, von sicherer Gefahrstoff-Lagerung über 3D Staplerortung, die direkte Anbindung an automatische Kleinteilelager wie Autostore bis hin zu einem effizienten Retourenmanagement.
Die Zusatzfunktion Gefahrstoff-Lagerung hat das Paderborner IT-Unternehmen neu in den Produktstandard aufgenommen. Hiermit lassen sich im Artikelstamm Gefahrstoff-Definitionen verwalten, Gefahrstoff-Angaben anlegen und ein Regelwerk mit Ausschlusslisten für die korrekte Lagerung erstellen.
Die Lösung zur Ortung von Flurförderzeugen macht dank 3D-Lidar-Technologie eine Ortung in Echtzeit möglich. Die Sensoren liefern essenzielle Informationen zur Objekterkennung und Kollisionsvermeidung, indem sie durch hunderttausende Abstandmessungen pro Sekunde ein exaktes 3D-Bild der Fahrzeug- oder Prozessumgebung erzeugen. Somit sei eine umfangreiche Datenanalysen pro Fahrzeug möglich, durch die zum Beispiel das Vertauschen von Paletten vermieden werden kann, erläutert Team. In diesem Fall sind die Palettenplätze an Koordinaten gebunden, die das Ortungstool ständig überprüft. Nehmen Mitarbeiter nun eine Palette an einer Koordinate auf, die nicht mit der korrekten Palette verknüpft ist, gibt es eine Fehlermeldung. Darüber hinaus lassen sich durch die Echtzeit-Ortung auch die Sicherheit im Lager erhöhen und die Staplerflotte optimal auslasten, so Team. Eine Einführung als Prostore-Standard-Modul sei geplant.
Die Integration von Autostore in sein WMS bezeichnet Team als besonders effizient und unkompliziert. Eine Direktanbindung sei ohne Middleware möglich, sie habe sich bei vielen Prostore-Kunden mittlerweile bewährt. Mit dem aktuellen Release des Autostore- Moduls ist laut Team auch die direkte Anbindung des Autostores an eine Fördertechnik über Transferzellen möglich. Die Behälter (Bins) können damit vollautomatisch aus dem Lager über die Fördertechnik zu Arbeitsstationen aus- und eingelagert werden. Als Anwendungsbereiche nennt Team zum Beispiel die Produktionsver- und Entsorgung, Value Added Services oder Wareneingangsbuchungen. Voraussetzung für den Einsatz einer Transferzelle ist der in Prostore integrierte Autostore Log Publisher. Dieser ermöglicht es, über eine weitere Schnittstelle alle Bins zu verfolgen. Alle Aktivitäten sowie Fehler werden protokolliert, sind nachvollziehbar und können neben der Steuerung der Transferzelle auch für weitere Auswertungen herangezogen werden.
Halle 4, Stand B21








