Das Doppelkufensystem von Filics ist ein neuer Ansatz zur Automatisierung: ein wendiger, platzsparender, autonomer und mobiler Roboter, der Paletten auch in Frischebereich von 2 bis 8 transportiert. Warum das System gerade jetzt ein Game-Changer sein kann – und wo seine Grenzen liegen.
Die Kühl- und Frischelogistik steht vor einer doppelten Herausforderung: steigende Umschlagmengen bei gleichzeitig gravierendem Fachkräftemangel. Arbeiten in Kälte, hoher körperlicher Einsatz und Schichtarbeit erschweren die Personalgewinnung. Automatisierung kann hier gezielt entlasten – monotone Transporte werden von Maschinen übernommen, Mitarbeitende können sich wertschöpfenderen Aufgaben widmen.

Kann bis zu 2 °C eingesetzt werden: das System des Münchener Start-ups Filics.
Doppelkufensystem braucht keine Übergabestation
Das Doppelkufensystem des Münchener Start-ups Filics ist ein autonomer, mobiler Roboter (AMR), der speziell für den bodenbasierten Palettentransport entwickelt wurde. Im Gegensatz zu vielen anderen Fahrerlosen Transportsystemen (FTS) benötigt es keine Übergabestation, die Paletten auf das Fahrzeug hebt oder von ihm abnimmt. Stattdessen kann die Lösung Paletten direkt vom Boden aufnehmen – wie ein Handhubwagen – und wieder absetzen. Das Anheben in größere Höhen oder das Stapeln von Paletten bleibt anderen Systemen vorbehalten. Dank niedriger Bauform und omnidirektionalem Antrieb benötigt der AMR nur minimal mehr Platz als die Palette selbst.
Als weiteren Vorteil nennt das Unternehmen: Das Gerät kann in Paletten von beiden Seiten ein- oder ausfahren oder gleich mehrere Paletten komplett durchfahren. Das ermöglicht völlig neue Automatisierungsprozesse – etwa das Nachschieben von Linienlagern oder, dank seitlichem Ausfahren, auch die automatisierte Bedienung von Bodenblocklagern. So entfallen Rangiermanöver, und der Materialfluss wird beschleunigt, erklärt Filics. Zusätzlich sei das System kollaborativ, intuitiv zu bedienen und flexibel in bestehende Logistikprozesse integrierbar.
Einsatz im Kühlbereich
In der Frischelogistik ist präzise Temperaturführung entscheidend – oft im Bereich 2 °C bis 8 °C. Das Filics-System ist auch für diesen Temperaturbereich ausgelegt und bleibt hier funktionsfähig, betont das Unternehmen, entsprechende Tests gab es bei der Nagel-Group. Nicht vorgesehen ist hingegen der Einsatz im Tiefkühlbereich oder unterhalb von 2 °C.
Ein typisches Problem für AMRs im Kühlbereich ist Kondenswasserbildung beim Wechsel zwischen Temperaturzonen. Trifft warme, feuchte Luft auf kalte Flächen, kann sich Feuchtigkeit auch im Inneren niederschlagen – eine Gefahr für Elektronik und Mechanik. Schutzmaßnahmen und durchdachte Übergangszonen sind deshalb entscheidend, betont Filics.
Mit seinem Doppelkufensystem ist Filics überzeugt, Kernprobleme der Kühl- und Frischelogistik zu adressieren,vom Fachkräftemangel bis zur Prozessoptimierung. Für Unternehmen, die Effizienz und Mitarbeiterentlastung steigern wollen, sei es ein zukunftsweisendes Werkzeug, das innovative Technik mit praxisnaher

Kein Spaßgerät, sondern ein Arbeitsmittel: Filics weist auf dem Doppelkufensystem vorsichtshalber darauf hin.
Funktionalität verbindet – mit bewusst definierten Grenzen im Tiefkühlsegment.








