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Heftdetails Ausgabe 1/2010

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Thema: Team-Player gewinnt
Ein Schwerpunkt des Logistikforums der Firma Team lag Ende 2009 auf einem Tiefkühlprojekt: Die Lagerverwaltungssoftware Prostore wurde beim Bau des neuen Hochregallagers von Eisbär Eis für alle Lager des Standorts eingeführt.
Ein Eisbär, ein Daviscupsieger und der Autor eines Buchs über temperaturgeführte Logistik treffen sich in Paderborn. Was klingt wie der Anfang eines ziemlich absurden Witzes, beschreibt auch, arg verkürzt, das zehnte Team-Logistikforum, welches Ende November stattfand. Das Paderborner IT- und Systemhaus Team, seit 28 Jahren im Geschäft, stellt Jahr für Jahr mehr als nur eine Hausmesse auf die Beine, über 300 Anmeldungen, davon laut Team-Geschäftsführer Michael Baranowski 70 Prozent aus der Entscheiderebene, sind dafür ein klarer Beleg. Das die Themen von allgemeinem Interesse für Logistiker sind, beweist auch die Tatsache, dass das Team-Logistikforum gleichzeitig Regionalgruppentreffen des BVL Westfalen war, das 103., wie Gruppensprecher Dr. Stefan Schwinning von Miele augenzwinkernd erwähnte. Einen Zuwachs auf 15 ausstellende Unternehmen verzeichneten die Organisatoren im die Veranstaltung begleitendem Firmen-Forum.
Zum Thema „Erfolgreiche Intralogistik durch intelligente Logistikkonzepte“ hielt Prof. Dr.-Ing. Günter Truszkiewitz einen der Plenarvorträge des Forums. Der Mitautor des Buchs „Temperaturgeführte Logistik“ nannte die Auslegung von Systemen der Intralogistik einen wesentlichen Teilbereich der Unternehmensplanung, sie erfordere die gedankliche Vorwegnahme von später stattfindenden Geschäftsprozessen und stelle insgesamt auch einen Innovationsprozess dar. Die konkrete Gestaltung der Planungsfelder Standortplanung, Generalbebauung und Fabrikstrukturplanung bilde schließlich das Logistikkonzept. Truszkiewitz beschrieb Aspekte erfolgreicher Logistikkonzepte, wenig überraschend vielleicht den der Sicherstellung einer hohen Wirtschaftlichkeit. Er nannte guten Durchlauf und effektives Arbeiten mit den vorhandenen Flächen als Beispiele dafür. Hohe Flexibilität und Variabilität müsse sichergestellt sein, auf Marktanforderungen reagiert werden können und Prozesse umgestaltet werden können, wenn zum Beispiel neue Verfahren eingesetzt werden sollen. Last but not least sei es notwendig, auf eine hohe Attraktiviät zu achten, das heiße motivierende Arbeitsplätze, Entlohnungs- und Sozialbedingungen aber auch die Erfüllung ökologischer Kriterien sowie das äußere Erscheinungsbild im Blick zu haben. Der Geschäftsführre der XMC Management Consultants GmbH betonte, dass selbst die Feststellung des Ist-Zustands bei solchen Planungen oft schwer ist, stets müsse man hinterfragen und auf Plausibilität achten, berichtete er aus seiner Erfahrung. Dazu komme, dass es sich um eine Planung in die weite Zukunft handele, man müsse also in Szenarien arbeiten und die Planung des Logistikkonzepts daran überprüfen. Weiter unterschied Truszkiewitz drei Aufgabenkomplexe der Planung, nämlich Neubau und Erweiterung, beide eher bei positiver Konjunktur gefragt, sowie Rationalisierung oder Organisationsänderungen, eher anzutreffen bei negativer Konjunktur. Die Frage Investition oder Organisation sei auch typisch für die Aufgaben eines Logistikberaters, „Bauen ist leicht, Probleme Managen ist schwieriger“, sagte er und nannte im übertragenen Sinne das Beispiel der überlaufenden Badewanne: Da ist die Lösung leicht, lieber Hahn abstellen als Wasser schöpfen – bei einem überfüllten Lager wird es schon schwieriger...

Eisbär mit großen Plänen
Als konkretes Projekt, an dem auch Truszkiewitz' XMC Management Consultants beteiligt waren, wurde in Paderborn der Neubau eines dritten Tiefkühllagers bei Eisbär Eis in Apensen vorgestellt. Bis zum Neubau hätte die externe Lagerung der Fertigware des Eisherstellers „extrem hohe Kosten“ verursacht, schilderte Andreas Starck einen der Beweggründe für die logistische Umorganisation. In Apensen gab es vor dem Neubau zwei halbautomatische Verschieberegal-Kühlhäuser mit insgesamt 3500 Stellplätzen, in Damgarten gibt es noch einmal 5500 Stellplätze. Der Handelsmarken-Spezialist, 80 Prozent des Umsatzes macht Eisbär mit LEH und Discount, starte aber mit bis zu 35 000 Paletten in die Eis-Saison, die Produktion aufgrund der Kapazitäten beginne in der Regel im November, berichtete der Werksleiter und Projektleiter des Neubaus auf dem Logistikforum. Die Ströme zwischen den Standorten Apensen (acht Produktionslinien) und Ribnitz Damgarten (fünf Produktionslinien) bei Rostock und den Außenlagern zu optimieren sei daher ein Planungsziel gewesen, so Starck, zudem sollte die Platzierung des Kühlhauses so auf dem Firmengelände sein, dass es in den nächsten fünf bis sechs Jahren bei einer eventuellen Expansion nicht stören würde. Zu dem Thema wusste Starck auch eine Anekdote aus den Anfängen von Eisbär zu erzählen: Damals vor über 20 Jahren habe der Inhaber eine vollkommen neue Produktion auf die grüne Wiese gesetzt und gesagt „ich baue gleich so groß, dass ich nie wieder anbauen brauche – das Ganze hat vier Jahre gedauert, dann war die nächste Halle dran!“ Ganz regulär mitgeplant sei ein „Zwilling“ des jetzt errichteten Lagers TK03, für diesen nächsten Bauabschnitt sei der Bauantrag bereits eingereicht, so der Werksleiter. „Wir selber hätten diese Ergebnisse nicht erzielen können“, gesteht Starck über die logistische Planung, „deswegen sind wir sehr froh, dass wir uns da die Hilfe eines externen Dienstleisters genommen haben.“ Zu ganz menschlich-organisatorischen Aspekten hob er hervor, dass es bei diesem großen Projekt sehr wichtig gewesen sei, schon sehr früh im Auswahlverfahren das Personal im Projektteam kennengelernt zu haben, da es harmonisch und vernünftig miteinander umgehen können müsse.
Mit einem Investitionsvolumen von 8,5 Millionen Euro wurde dann schließlich ein Hochregallager mit 7000 Palettenplätzen in Silobauweise errichtet, im März 2008 wurde mit dem Bau begonnen und im Dezember kalt gefahren, im Februar 2009 war Nutzungsbeginn. Für die Einführung von Prostore als Lagerverwaltungssystem war bei Team als Projektleiter Jörg Olschewski zuständig. Ab Pflichtenhefterstellung habe man insgesamt ein Jahr gebraucht, berichtete er, schon bei dessen Erstellung solle man am besten die Endanwender mit ins Boot zu holen: „Die kennen ihre Abläufe im ist-System“, weiß Olschewski, all die notwendigen Dinge, die Anwender informell parat haben, sollte man abfragen. Prostore kommuniziert mit drei SPSen, je einer für die beiden MLog-Regalbediengeräte sowie eine für die Fördertechnik, deren Steuerung von der Firma UCS erstellt wurde. Grundsätzlich fungiere Prostore bei Eisbär auch als Materialflussrechner, betonte Olschewski, es steuere die Einlagerungsprozesse von der Produktion bis in die einzelnen Lagerbereiche in TK02 und 03. In mehreren Stufen wurde die Verwaltung des alten TK-Lagers, des neuen Lagers und des Versands während des laufenden Betriebs getestet und übernommen. Besonderheit bei dem Projekt sei das Versandpufferlager gewesen, es bestehe die Möglichkeit, zwei volle LKW-Ladungen zu lagern, jeweils in einem Kanal fünf Paletten, auch eine Expressstrecke ohne Pufferung gebe es. Wenn eine Tour ausgelagert wird, könne gleichzeitig, also überlappend, die nächste eingelagert werden. Der Aufgabepunkt für Paletten aus Ribnitz-Damgarten könne jetzt ebenfalls als Expressauslagerstrecke verwendet werden. Die dort produzierten Paletten seien im Übrigen dem System bekannt, sie kommen mit einer NVE nach Apensen und können dann einfach vereinnahmt werden – ohne dass ein weitere Dialog zu bedienen wäre. Ein wesentlicher Bestandteil sei auch die Tour-orientierte Versandabwicklung. Olschewski riet, Schnittstellentests mit Echtdaten durchzuführen, die Endanwender würden bei der Schulung sich damit auch sofort wiederfinden. Team nutze hier im Übrigen meist den Ansatz Train-the-Trainer. „Richtig rechnen tut sich das Lager erst, wenn wir den zweiten Step, sprich das TK04, auch bauen“, gab Starck zum Schluss einen Ausblick in die Zukunft – Spitzen müsse man auch dann noch für drei, vier Monate extern abpuffern, in der Größenordnung von drei- bis zehntausend Paletten, schätzte er.
Nach sechs parallel laufenden Workshops beendete das 10. Team-Logistikforum ein Vortrag vom dreimaligen Daviscup-Sieger Carl-Uwe Steeb und seines Partners Markus Hornig zum Thema Erfolgsgeheimnisse des Spitzensports und ihre Bedeutung für das Management. Motivation, eine Vision gar brauche es, um bei beidem Erfolg zu haben, fand Steeb, Geld alleine reiche meist nicht. Ob der Versuch der Beschreibung einer „Siegermentalität“ oder des großen Leistungshemmers Stress: Der Schlussakkord der Veranstaltung kam beim Publikum an – und regte sicher den einen oder anderen zum Nachdenken an. (ms)


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